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Tagesklinikerfahrung von Scally

petra-scally

Klinikzeit vom 18.10.2005-3.2.2006

Als ich beschloss in die Tagesklinik zu gehen war ich nur noch traurig, lebte zu der Zeit fast nur noch in der Vergangenheit. Ich wusste nicht einmal mehr wie es sich anfühlt Glücklich zu sein, wusste nicht mehr wie sich mein Lachen anhöhrte. Ich lebte fast nicht mehr sondern Funktionierte nur noch alles lief ab wie ein Tagesplan. Kids versorgen war noch normal möglich. In meiner Wohnung herrschte das blanke Chaos. Konnte mich einfach nicht aufraffen was zu tun. War immer launisch und total gereizt wenn man mich nur ansprach.

Als ich dann in die Klinik ging verlor mein Mann seinen Job. Er wollte Urlaub um für die Kinder da zu sein. Einen Mann deren Frau Psychisch krank ist konnten die nicht gebrauchen und schwubs war er den Job los. Weihte die Kinder ein das Mama in eine Art Schule geht wo sie lernt wieder glücklich zu sein. Die Jungs verstanden das sehr gut das Mädel war noch zu klein um das zu verstehen. Als mein Mann dann wieder Arbeit gefunden hatte kam eine Familienpflegerin ins Haus die sich sehr gut um die Kinder kümmerte.

Mir fiel es sehr schwer in der Klinik es waren immer Leute um mich und es war so viel was mir Angst machte. War sehr still und nutzte jede freie Minute um mich in irgendeine ruhige Ecke zu verkriechen. Das Personal aus der Klinik war sehr nett und ich fand sehr schnell Vertrauen zu meiner Psychologin, zu meiner Bezugskrankenschwester dauerte es seine Zeit aber ich hätte keine bessere Krankenschwester kriegen können. Von den Mitpatienten hielt ich mich erst ziemlich fern und blieb auf Abstand. Für mich war es schlimm das es keinen Raum gab wo ich nur für mich alleine sein konnte. Schob die erste Zeit eine Panikattacke nach der anderen. Schloss so nach und nach Freundschaften und fing auch an mich nicht immer alleine zurück zu ziehen sondern bin mit 1 oder 2 anderen spazieren gegangen, irgendwie hatten die das im Gespür was mir geschehen ist, sie verstanden mich auch ohne Worte, sie haben auch MB erfahren müssen, ich fing langsam an zu reden, öffnete mich und merkte das mich keiner doof anschaute oder sogar sagte ich sei selber schuld. Fing an in der Gruppentherapie mit zuarbeiten. Setzte mir alle 14 Tage neue kleine Ziele die ich erreichen wollte, erstellte mir einen Notfallkoffer für Krisensituationen und ich merkte wie mir alles langsam leichter fiel. Saßen in der Klinik in unserer Freizeit zwischen den Therapien haben Rummy cup gespielt, gestrickt oder haben einfach nur unseren Spaß gehabt Witze gemacht etwas witziges aus der Jugend erzählt, es war schön  zu spüren das ich mich langsam richtig wohl fühlte und ich mein Lachen wieder hatte. Als die Freude kam wurden die Panikattacken weniger ich bekam das SVV in den Griff, wurde selbstbewusster und fing an das positive im Leben wieder zu sehen. Habe dort dann auch viel über die positiven Momente in meiner Vergangenheit gesprochen. Bekam Körpertherapie wo ich nach und nach viel über mich und meinen Körper und das innere Kind lernte. Wir Patienten sind in den Wochen ein richtiges Team geworden wenn es einem nicht gut ging baute der andere ihn wieder auf das war einfach nur schön.

Aber es gab auch viele Momente in der Klinik wo ich am liebsten die Therapie geschmissen hätte. Doch im Nachhinein bin ich sehr froh das ich es nicht getan habe. Therapie ist harte Arbeit und nicht immer schön und angenehm.

Es war ein Start ins neue Leben. Sehe die Welt jetzt mit anderen Augen. Die 16 Wochen in der Klinik haben mir viel gebracht und ich lebe heute im jetzt und gleich und nicht mehr im damals. Die Klinik war für mich ein wichtiger Schritt, ein Schritt in die richtige Richtung, zurück ins Leben.


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