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Der Selbstwert

Da dieses Thema schon einige Male im Forum auf kam und ich schon mit vielen Betroffenen drüber getextet habe, schreibe ich nun mal hier meine Erfahrungen und Gedanken dazu auf.

Der Selbstwert auch als Eigenwert, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit oder Selbstwertgefühl bezeichnet. versteht psychologisch gesehen was man von sich selber hält, wie man sich selber sieht oder bewertet.
Dies kann sich auf einzelne Lebens oder Arbeitssituationen beziehen, Fähigkeiten, Ich oder Selbstempfinden oder auch den Charakter.

Meiner Meinung und Erfahrung nach, wird der Grundstein für ein gesundes Selbstwertgefühl ganz früh gelegt.
Ein Neugeborenes, das eine sanfte und natürliche Geburt erlebt hat, das schreit nicht, sondern liegt lächelnd auf dem Bauch der Mutter und ruht sich aus.
Seine Sinne funktionieren und es kann die Mutter wahrnehmen und die Mutter genauso Ihr Neugeborenes.

Sogar bereits vor der Geburt kann das Ungeborene traumatisierende Erlebnisse haben. Nun müssen solche Dinge, also unsanfte Geburt, vorübergehende Trennung von der Mutter usw. nicht zwangsläufig zu späteren psychischen Problemen führen. Denn Vieles kann von einer gesunden Psyche ausgeglichen, verarbeitet und überwunden werden, ohne dass es zu nennenswerten Beeinträchtigungen der Lebensqualität und des Selbstwertes kommt.

Doch leider ist es häufig so, dass das gesunde Selbstwertgefühl, das nahezu jeder Säugling zu sich und seinem Körper hat, ganz oder teilweise zerstört wird.
Ob es dabei um die Ausscheidungen geht, wo die Mutter ihr gestörtes Verhältnis dazu weiter gibt oder auch das Essverhalten, wo das Kind sich nicht natürlich und frei entwickeln und entfalten kann.
Ein Neugeborenen fasst seinen Körper noch überall gerne an und erforscht seinen Körper und seine Umgebung  spielend. Auch ist erwiesen, dass schon Ungeborene und Kleinkinder sich selber befriedigen können ohne schlechtes Gewissen und Moraldenken.
Kinder sind auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen der Eltern (oder Bezugspersonen) ausgesetzt. Es ist für Kinder lebenswichtig sich anzupassen.
So übernehmen sie schon ziemlich früh die oft verkorksten und gestörten Meinungen und Gewohnheiten von Erwachsenen und Gesellschaft.
Man darf seine Gefühle nicht offen zeigen, das tut man nicht. Man darf nicht sagen was man denkt, das tut man auch  nicht usw.
Kinder lernen, dass sie sie nicht probieren dürfen, dass sie keine Fehler machen dürfen. Die Eltern (und / oder Bezugspersonen) "erziehen sie zu guten, funktionierenden Menschen.

Beschimpfungen, Rügen oder auch abfällige Kommentare und Bemerkungen von Eltern und allen anderen Bezugspersonen  haben im Erwachsenenalter noch immer sehr großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl. Sogar Witze die von Erwachsenen über Kinder gemacht werden, Geschichten von Missgeschicken die in Gesellschaft immer wieder zum Besten gegeben werden fressen sich wie Gift in das Selbstbewusstsein ein und schwächen es.
Dazu wird oft zum Gehorsam ohne zu hinterfragen sowie zur Unselbstständigkeit erzogen. Dem Kind wird nicht gestattet etwas selber heraus zu finden, sondern ihm wird vermittelt, dass es zu dumm, zu kleine, zu dick, zu hässlich usw. ist.
Ein Kind das sich frei entfalten darf, so genommen, geliebt und respektiert wird wie es ist, weil es eben so ist, das wird ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. Es wird im späteren Leben sich selber verzeihen und sich lieben können. Es wird sich selber als wertvollen Menschen empfinden.

Doch Menschen die als Kinder von Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung auf psychischer oder physischer Ebene betroffen waren haben nahezu immer ein gestörtes Selbstwertgefühl.
Dies kann sich auf vielfältige Weise durch psychische Störungen äußern.

Eine häufige davon ist das mangelnde Selbstwertgefühl, genauso gibt es aber auch ein übersteigertes Selbstwertgefühl.
Alice Miller nennt es die Depression der die Grandiosität gegenübersteht.
Während die Depressiven oft die Hilfe eines Therapeuten aufsuchen, geschieht dies bei den Grandiosen äußerst selten.

Doch es ist nie zu spät am eigenem Selbstwertgefühl zu arbeiten und es Stück für Stück wieder zu erlangen. Zu erkennen, dass wir anderen das wert sind, was wir uns auch selber wert sind.

Diese Thema haben wir auch schon einmal im Forum gehabt, Ihr könnt es hier nachlesen.

Alles Liebe
jK


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