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Es gibt die unterschiedlichsten Therapieformen, die, wenn sie sich auch unterscheiden, allgemein eine Besserung des seelischen Befindens des Patienten im Sinn haben. Hier die wohl gängigsten Methoden mit (kurzer) Beschreibung:
Die ersten Therapieansätze schuf Freud mit der Psychoanalyse. Dabei wird angenommen, dass ungelöste Konflikte in der Kindheit die psychischen Probleme im erwachsenen Alter bestimmen. Der Patient redet frei über alle Dinge, die ihm/ihr im Kopf rumgehen, während der Analytiker versucht ein, dem Patienten unbewusstes, Hauptthema aus den Erzählungen zu erkennen und dies dem Patienten näher zu bringen. Der Analytiker treibt den Patienten also bewusst in eine bestimmte Richtung. Die Psychoanalyse findet mehrmals (2-3 mal) die Woche statt und dauert mehrere Jahre und gehört zu den tiefenpsychologischen Therapien.
Die tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie Bei dieser Therapie redet man mit dem Psychotherapeuten über aktuelle, konkrete, oder allgemeine Probleme. Bei den Wechselgesprächen wird nach den Ursachen der Probleme gesucht und durch Besprechung aufgearbeitet. Der Patient wirkt dabei aktiv an Veränderungen und Überlegungen mit und gelangt dadurch zu einer neuen Selbsterkenntnis. Auch eine veränderte Wahrnemung und verändertes Verhalten können positive Veränderungen sein. Der Therapeut ist bei dieser Therapieart weniger richtungsvorgebend, als z.B. in der Psychoanalyse. Dennoch ist hier ein besonderer empathischer Anspruch an den Therapeuten gerichtet, wie ein hohes Maß an Vertrauen and den Patienten und auch der Wille zur Veränderung muss gegeben sein. Die Therapie erfolgt für gewöhnlich 1-2 mal die Woche für eine Dauer von ca. 6 Monaten bis zu mehreren Jahren.
Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) - Traumatherapie (auf dt. Augenbewegung-Desensibilisierung und Aufarbeitung) EMDR wurde von Francine Shapiro erfunden, als sie bemerkte, dass ihre Angstgefühle sich verringerten, wenn sie beim spazieren ihre Augen hin und her bewegte. Bei einem Trauma kommen oft Bilder des Erlebten hoch und werden im Geiste immer wieder durchlaufen. Dabei kann aber das Sprachzentrum blockiert werden und man spricht dann vom "Sprachlosen Entsetzen". Der Mensch ist unfähig diese Erinnerungen sprachlich auszudrücken, was für eine Verarbeitung, oder Sprachtherapie aber notwendig wäre. Durch bestimmte Augenbewegungen ist es aber möglich diese Blockade zu umgehen. Es wird vermutet, dass die bildlichen Erinnerungen und das Sprachzentrum gleichzeitig stimmuliert werden. Dadurch ist eine bessere Verarbeitung möglich, wie man es bereits aus der Schlafforschung kennt, wenn in einer der Schlafphasen das Träumen und gleichzeitig Augenbewegungen (Rapid Eye Movement) stattfinden. Die Therapie durchläuft dann 7 Stufen:
1) Anamnese: Intensive Vorbereitungen durch Informationssammlung über den Patienten, den Krankheitsverlauf, Symptome, soziales Umfeld...
2) Stabilisierung: Es werden Ressourcen geschaffen und angehäuft, damit die schrittweise Näherung an das Trauma stets aushaltbar für den Patienten ist. Augenbewegungen werden mit positiven Vorsellungen verbunden.
3) Bewertung: Den inneren Bilden wird einzeln eine negative, sowie eine positive Bewertung gegeben. Ein Bild das mit "ich bin hilflos" verbunden wird, wird dann gleichzeitig mit "ich kann mich wehren" assoziiert.
4) Desensibilisierung: Die Traumaverarbeitung wird mit Augenbewegungen verknüpft. Während der stückweisen Verarbeitung der inneren Bildern, kommt es meistens zu emotionalen, oder körperliche Reaktionen. Die Erinnerungen verlieren somit an Belastung.
5) Verankerung: Erlernte Fähigkeiten werden überprüft und Imaginationen nochmals mit bestimmten Augenbewegungen verknüpft (siehe 2), wenn die Erinnerungen nicht mehr als Belastung empfunden werden.
6) Körper-Test: Überprüfung auf Reaktionen bei den ursprünglichen, belastenden Erinnerungen.
7) Abschluss: Besprechung; Vorbereitungen auf mögliches, nachhaltiges Verarbeiten in Träumen.
Bedenken bei dieser Therapie sind eine mögliche Retraumatisierung, wenn diese Therapie falsch angewandt wird. Darüber hinaus gilt besondere Vorgehensweise bei Patienten mit Dissoziation. Trotz wissenschaftlicher Beweise für die Funktion dieser Therapie gibt es immer noch Psychiater, die diese Therapieform als untauglich angesehen. Diese Art der Therapie wird momentan auf andere psychische Probleme angepasst, wie z.B. Angststörungen.
Gruppentherapie Hier wird in einer geschlossenen Gruppe zusammen mit Therapeut(en), über gemeinsame Probleme gesprochen, Erfahrungen, Sichtweise und Lösungen ausgetauscht und diskutiert. Dieser Austausch dient zur Festigung und Entwicklung der sozialen Kompetenz. Menschen lernen hier sich mitzuteilen und das auch andere Menschen diese/ähnliche Probleme haben und wie sie damit umgehen, oder schon bewältigt haben. Die Therapeuten haben dabei die Möglichkeit, die gesamte Gruppe in eine Richtung zu treiben und neue Sichtweisen, oder auch Lösungen vermitteln, ohne auf jeden Teilnehmer individuell eingehen zu müssen, wie bei der tiefenpsychologisch fundierten Gesprächstherapie. Gruppentherapie wird hauptsächlich in Kliniken benutzt.
Verhaltenstherapie (behavioristische Therapie) Bei einer Verhaltensstörungen kommen Verhaltenstherapien zum Einsatz. Generell beschreiben sie alle therapeutischen Verfahren, die eine Veränderung des Verhaltens beabsichtigen. Die Theorie der Verhaltenstherapien nimmt an, dass alle Verhaltensweisen gelernt sind. Egal ob erwünscht, oder unerwünscht. "Verhalten" meint, in diesem Zusammenhang, alle Reaktionen, Handlungen, Gedanken und auch Gefühle. In einer Verhaltenstherapie wird direkt auf das unerwünschte Verhalten durch Lernprozesse eingewirkt. Verdrängte Konflikte werden dabei ignoriert.
Konfrontationstherapie Bei Konfrontationstherapie wird der Patient bewusst den Situationen ausgesetzt, die er sonst meidet und die eine Panikreaktion verursachen. Diese Therapieart wird bei Angststörungen und Phobien eingesetzt. Der Patient wird dabei mit den Objekten, oder den Situationen konfrontiert, die er fürchtet (Spinnen, Hunde bzw. Menschenmengen, enge Räume etc. ). Je nachdem, ob der Patient mit seinen Problemen in der Realität, oder in der Vorstellung konfrontiert wird, unterscheidet man zwischen "in vivo" und in "in sensu". Ein weitere Unterschied wird zwischen der massierten und der graduierten Konfrontation gemacht. Bei der massierten Konfrontation wird der Patient nach einer Vorbereitungsphase sofort mit dessen größten Ängsten konfrontiert. Dies hilft, große Erfolge in kurzer Zeit zu erreichen. Bei der graduierten Konfrontation werden die Ängste nach ihrer Stärke aufgelistet und dann aufsteigend nach der Schwere der Angst abgearbeitet.
Arbeitstherapie Bei der Arbeitstherapie handelt es sich um eine Verhaltenstherapie, die nicht nur der Minderung einer Leistungsangst, bzw. Störung gilt, sondern stückweit auch der Resozialisierung. Die Arbeitstherapie ist auch für ehemals Kranke geeignet, wobei dann die schrittweise Wiedereingewöhnung in die Arbeitswelt im Vordergrund steht. Die Arbeitsbereiche umfassen Bürotätigkeiten, handwerkliche Tätigkeiten und diverse, andere Dienstleistungen. Begleitend zur Arbeitstherapie gibt es dan nauch noch die Gruppentherapie, Entspannungstherapie (Jacobsen) und ein Einzelgespräch, sofern man in der stationären Tagesklinik ist. In der ambulaten Tagesklinik entfallen die Begleittherapien. Der Aufenthalt ist je nach Besserung unterschiedlich. In der Regel ist der Aufenthalt erstmal auf ca. 8-12 Wochen angesetzt. Danach kann die Dauer der Therapie um 3 weitere Monate verlängert werden. Während der Therapie wird einem nach Möglichkeit ein Praktikumsplatz vermittelt, der als erster Arbeitsfähigkeitstest und als Übergang in die Arbeitswelt dient.
Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT) Die Therapie zielt auf die aktuellen und vergangenen Konflikte der Gefühle und Verhalten ab, die den Patienten hindern, seine Ziele und Wünsche umzusetzen. Obwohl die Therapie zu den (kognitiven) Verhaltenstherapien gehört, bedient sie sich auch der Elemente der Gesprächstherapie. Dabei wird vermittelt, dass man seinen Problemen nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern diese Blockaden durch verändertes Verhalten auflösen und seine Ziele erreichen kann, um ein zufriedeneres Leben leben zu können.
Gestaltungstherapie In der Gestaltungstherapie soll per Kreativität des Patienten, Unbewusstes verbildlicht und zu Tage gefördert werden. Dabei werden Materialien wie Holz, Ton und Stein benutzt. Das jeweilige "Kunstwerk" wird dabei interpretiert und auf den Patienten reflektiert, was eine bessere Selbsterfahrung fördern soll. Darüber hinaus wird angenommen, dass auf diese Art auch Verdrängungen aufge-, bzw. verarbeitet werden.
Entspannungstherapien Zu den Entspannungstherapien kann man "Jacobsen", Autogenes Training, Musiktherapie und Tanztherapie zählen. Im Grunde zielen alle auf die gezielte Entspannung des Patienten ab.
Beim Jacobsen (progressive Muskelentspannung) werden gezielt, nach und nach Körperpartien angespannt und wieder entspannt (Arme, Nacken und Kopf, Oberkörper, Rumpf und Beine). Der leitende Therapeut kann dabei auch innere Bilder der Ruhe vorgeben, die sich der Patient vorstellen soll. Jacobsen läuft immer gleich ab und hilft z.B. die Atmung zu regulieren und den Blutdruck zu senken. Jacobsen kann mit einer Gruppe gemacht werden.
Ähnliches gilt für autogenes Training. Dieses Verfahren wurde von der Hypnose abgeleitet. Es handelt sich um Übungen, die nacheinander absolviert werden. In einem Entspannungszustand redet man sich im Geiste quasi ein, dass die Arme schwer werden. Mit richtiger Übung entspannen sich dann die Arme. Mit der Suggestion, warme Arme, veranlässt man den Körper zu einer verstärkten Durchblutung der Arme. Im späteren Verlauf kann ein Trance-ähnlicher Zustand erreicht werden.Autogenes Training sollte allerdings nur mit professioneller Hilfe erlernt werden, damit keine falschen Assoziationen entstehen und sich nicht ungewollt Symptome ggf. verschlechtern.
Kunsttherapie Ähnlich wie in der Gestaltungstherapie, sollen in der Kunsttherapie unbewusste Probleme verbildlicht werden. Darüber hinaus soll das Malen aber die Entspannung fördern und damit eine psychophysiologische Verbesserung des Patienten erfolgen. Sie ist also auch körperorientiert.
Musiktherapie fördert die Entspannung und Kommunikation. Durch Bewegung und Klang sollen Patienten ausserdem empfänglicher/sensibler für andere Therapieansätze werden.
Die Tanztherapie soll das eigene Körperempfinden, die Ausdrucks- und Entspannungsfähigkeit fördern und ist ähnlich wie die Musiktherapie körperorientert, wenn auch etwas inensiver.
Wer noch mehr wissen will, kann sich im Forum weiter erkundigen, oder eine Suchmachine benutzen.
Liebe Grüße, fr43k
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